Produktkonfiguration und Virtual Reality im Möbelhandel

Im Möbelhandel läst sich 3D-Produktkonfiguration für hochwertige und komplexe Produkte sehr gut auf der Ausstellungsfläche als zentrales Verkaufsinstrument einsetzen. In Kombination mit den gezeigten Musterprodukten gewinnt der Kunde einen differenzierten Eindruck von der Variabilität des Produkts. Daneben kann ein Konfigurator im Rahmen der Omnichannel-Strategie des Möbelhandels auch im eCommerce eine prominente Rolle spielen.

Produktkonfiguration für variantenreiche Möbel

Von der “Kojenmappe” zum 3D-Produktkonfigurator

Im Möbelhandel ist das Produktdatenmanagement für die meisten Produkte aus der Massenfertigung einfach umsetzbar. Produktfotos sind schnell geschossen und Produkttexte zügig verfasst, sofern die entsprechenden Muster und die Lieferanteninformationen vorhanden sind.

Texte mit entsprechenden Übersetzungen sind unter Einsatz eines funktionierenden PIM-Systems übersichtlich zu pflegen. Theoretisch sind die Produktdaten für diese Art von Produkten für den Onlineverkaufsprozess binnen Minuten erstellbar. Für ein relativ großes Produktsegment ist also die klassische Produktinformation das Vermarktungsmittel der Wahl.

Einfache Datenpflege für Artikel mit kurzer Lieferzeit.

Einfache Datenpflege für Artikel mit kurzer Lieferzeit.

Produkte mit wenigen Varianten

Die nächste Stufe bilden Produkte, bei denen es verschiedene Farb- oder Größenvarianten gibt. Diese werden in den meisten Online-Shops gruppiert angezeigt und dem Benutzer eine Farb- oder Größenwahl angeboten. Dabei werden vom Shopsystem durch die Selektion des Kunden die passenden Artikelnummern und den entsprechenden Preise gefiltert und angezeigt.

Beispiel für eine Auswahl einfacher Produktvarianten: ein Sofa in 4 Farben.

Beispiel für eine Auswahl einfacher Produktvarianten: ein Sofa in 4 Farben.

Dieses einfache Filtern von Varianten eines Produkts ist aber nicht zu verwechseln mit wirklicher “Produktkonfiguration”. Ein Konfigurationsprodukt ist nämlich in der Regel ein Artikel, der nur virtuell existiert und erst durch die Konfiguration zur bestellbaren Ware wird.

Meist existieren zu konfigurierbaren Produkten nur wenige Musterartikel, die dem Kunden einen ungefähren Eindruck vermitteln sollen. Produktkonfiguration macht also dort Sinn, wo wegen der hohen Anzahl von Variationen eines Produkts nicht zu jeder Variante ein Musterartikel fotografiert werden kann.

Für diese Art von Produkten sollte man auf einen Mix aus Fotografie von Beispielkonfigurationen und auf rein virtuelle Produkte in 2D oder besser noch in 3D setzen.

Produkte mit vielen Variationen machen Probleme bei der Bemusterung

In dem Maß in dem die Komplexität eines Produkts steigt, steigen auch die Anforderungen an das Produktdatenmanagement. Erweitern wir unser Beispiel “Sofa” einfach einmal um 4 Materialien, so steigt die Anzahl möglicher handelbarer Artikel auf 4 x 4 = 16.

Manche Hersteller bieten dutzende unterschiedliche Stoffe und jeden davon in verschiedenen Farben an. Kommen verschiedene Spielarten von Füßen z.B. 3 Holzarten und 2 Metalle dazu, sind wir schon bei 16 x 5 = 80 Artikel.

80 Varianten eines Möbelstücks in Form von Einzelartikeln zu pflegen ist dann doch mit einigem Aufwand verbunden. Vor allem stellt sich hier die Frage, wieviele Musterprodukte für das Produktmarketing angefertigt werden müssen? Wieviele dieser Einzelartikel werden oft genug verkauft, um eine Einzelbemusterung zu rechtfertigen?

Möbel mit vielen Optionen sind geeignet für einen 3D-Produktkonfigurator

Der Möbelhandel, speziell im mittleren und gehobenen Preissegment, handelt mit einem hohen Prozentsatz konfigurierbarer und auftragsgefertigter Möbel die speziell für den Kunden gefertigt werden und eine entsprechende Lieferzeit haben.

Diese komplexen Wohnmöbel werden heute hauptsächlich von speziell geschulten Mitarbeitern verkauft. Wer kennt nicht die Situation, dass aus einer Elementeübersicht und einer Preisliste Vorschläge “erarbeitet” werden, wobei die Vorstellungskraft des Kunden auf eine harte Probe gestellt wird.

Beispiel: Sofasystem “Lipari”

Nehmen wir als Beispiel das hochkonfigurierbare Sofa-System “Lipari” aus den Segmüller Werkstätten. Es besteht aus einer Vielzahl kombinierbarer Elemente und Spielarten von Lehnen und Fußvarianten. Ganz zu schweigen von der Fülle von Stoffen, Lederarten und Farben, aus denen der Kunde wählen kann.

Lipari wurde bisher nur über klassische Verkaufsunterlagen vertrieben. Anhand einer PDF-Broschüre werden die Konfigurationsmöglichkeiten des Systems erklärt - natürlich mit allen Einschränkungen dieses Mediums.

Elementeplan für das Sofa Lipari von Segmüller

Elementeplan für das Sofa “Lipari” von Segmüller

An dieser Stelle drängt sich eine moderne Lösung wie der Produktkonfigurator - nach Möglichkeit sogar in 3D - geradezu auf. Der Verkäufer kann viel schneller als bisher auf die Wünsche des Kunden eingehen.

Der Kunde sieht direkt, welche Elemente und Materialien sich zu seinem individuellen Möbel zusammenfügen. Das Risiko für einen Fehlkauf sinkt, die Kaufentscheidung wird beschleunigt.

3D-Produktkonfiguration als zentrales Verkaufsinstrument

Produktkonfiguration in 3D lässt sich auf der Ausstellungsfläche sehr gut als ein zentrales Verkaufsinstrument einsetzen, vor allem in Kombination mit den hier vorhandenen Musterprodukten.

Der Verkäufer muss durch den Einsatz von Virtual Reality nicht mehr die Phantasie seiner Kunden über Gebühr strapazieren. 3D Konfiguration bietet sich daneben auch online im eCommerce an.

Zu beachten ist, dass auf der Ausstellungsfläche wie im Online-Shop dieselbe Browser basierende Technik (nach Möglichkeit ohne spezielle Plugins oder Apps) zum Einsatz kommt. Stichwort: “Wartungsfreundlichkeit”.

Durch den parallelen Einsatz eines 3D-Konfigurators für Möbel sowohl online als auch auf der Fläche, kann der ROPO-Effekt im Handel voll ausgeschöpft werden. ROPO bedeutet: “research online, purchase offline”.

Umsetzung der Produktkonfiguration für das Sofa Lipari unter Berücksichtigung des Elementeplans I

Umsetzung der Produktkonfiguration für das Sofa “Lipari” unter Berücksichtigung des Elementeplans I

Ein 3D-Konfigurator setzt ein Produkt aus diversen kombinierbaren Elementen zusammen. In unserem Beispiel gibt es diese Elemente:

  • Sitzelemente 1-n schmal
  • Sitzelemente 1-n breit
  • Armlehne schmal (bodennah, bodenfrei)
  • Armlehne mittel (bodennah, bodenfrei)
  • Armlehne breit (bodennah, bodenfrei)
  • Offener Abschluss links
  • Offener Abschluss rechts
  • Eckelement links
  • Eckelement rechts
  • Longchair links
  • Longchair rechts
  • Füße Kufe schmal
  • Füße Kufe breit
  • Füße Spange Chrom
  • Füße Sockel Chrom u.s.w…

Umsetzung der Produktkonfiguration für das Sofa Lipari unter Berücksichtigung des Elementeplans III

Umsetzung der Produktkonfiguration für das Sofa “Lipari” unter Berücksichtigung des Elementeplans III

Alterra PIM mit 3D-Funktion macht es möglich

Neue weit verbreitete Standardtechnologien wie WebGL (3D im Browser) und die Tatsache, dass es mit Alterra ein hochentwickeltes PIM-System mit Variantenkonfigurator und 3D-Funktionen gibt, machen Produktkonfiguration für praktisch alle Bereiche des Möbelhandels interessant.

Unter Einsatz der heute für die breite Masse verfügbaren Technologien ergibt sich ein Beispiel-Produktkonfigurator für das Sofa Lipari. Lipari ist ein komplexes, hochgradig konfigurierbares Möbelsystem. Im Vergleich zu den bis dahin verfügbaren Verkaufsunterlagen kann man beim 3D-Konfigurator ohne Übertreibung von einer Revolution sprechen.

Wie gelange ich zum 3D-Konfigurator für mein Möbelsystem?

Am Anfang eines Konfigurationsprojekts steht die Auswahl von Produkten, für die Produktkonfiguration in Frage kommt und die in dieser Hinsicht mit Priorität behandelt werden sollen. Denn nicht für jedes Produkt lohnt sich ein Konfigurator.

Für jedes Möbelsystem erfolgt dann die Analyse des vorhandenen Datenmaterials, also der Stammdaten, Konfigurationsvorgaben, Konstruktionsdaten und Texturen.

Der Vorteil von Alterra PIM ist, dass neben den konfigurierbaren auch ganz einfache Produkte in ein und derselben Plattform gespeichert werden können. Alterra PIM eignet sich also für einfache Artikel, Produkte mit einigen Varianten (z.B. Farbvarianten) und für maximal konfigurierbare Produkte bis hin zu 3D-Konfiguration.

Der 3D-Sales-Pack für den Import in Alterra PIM

Danach kann der 3D-Sales-Pack für das Möbelsystem erstellt werden. Dabei können, wenn vorhanden, Konstruktionsdaten der Produktentwicklung verwendet werden.

Diese Grunddaten werden optimiert und ergänzt, bevor sie als 3D-Sales-Pack in Alterra PIM importiert werden. Danach erfolgt die Aktivierung der Konfigurationsoptionen durch die Produktmanager.

Ein Beispiel: der 3D-Sales-Pack beinhaltet die Optionen

  • Armlehne schmal
  • Armlehne mittel
  • Armlehne breit

Es wird aber wegen eines aktuellen Trends “Armlehne schmal” nicht angeboten. Diese Option des 3D-Sales-Packs kann dann in Alterra PIM deaktiviert werden.

Setzen von Regeln für das Zusammenspiel von Optionen (Constraints)

Bei einem Möbelstück gibt es aber auch Elemente, die nicht zusammenpassen und dem Konfigurator als nicht kombinierbar mitgeteilt werden müssen.

Beispiel:

  • Fuß als Sockel Chrom funktioniert nur mit Armlehne bodennah.
  • Fuß als Kufe breit funktioniert nur mit Armlehne breit und bodenfern.

Seiten- und Fußvarianten des Sofas Lipari von Segmüller

Seiten- und Fußvarianten des Sofas “Lipari” von Segmüller

Danach kann das Einpreisen der Elemente und Materialien beginnen und zu guter Letzt muss entschieden werden, in welche Sales-Channels der Konfigurator per Plugin eingebunden wird. In unserem Fall wird der Konfigurator automatisch vom Alterra Webshop geladen.

Integration des Konfigurators mit ERP

Alterra PIM und das Alterra Portal mit dem 3D-Produktkonfigurator lassen sich sehr leicht in eine professionelle ERP-Umgebung integrieren. Lassen Sie uns dafür ein Beispielszenario beschreiben.

Szenario: Produktkonfigurator mit Integration in ein Enterprise-ERP

Stammdaten im ERP-System

  • Mandant
  • Lieferant
  • Kunde (online) PoS (bei Verkaufsfläche)
  • Kunden- / Kundengruppen-Rabatt
Von der Konfiguration bis zum Liefertracking:
  1. Anwendungsstart mit Identifikation des Kunden / PoS (Endpunkt im ERP: Stammdatensatz Kunde bzw. PoS).
  2. Sitzmöbel wird konfiguriert (wie gezeigt). Dabei wird optional ein in D365 hinterlegter Rabatt berücksichtigt (Endpunkt im ERP: Rabatt für Kunde / Kundengruppe)
  3. Das Produkt kommt in den Warenkorb.
  4. Es können weitere Produkte konfiguriert und in den Warenkorb übergeben werden.
  5. Die Aufragsstücklisten der gewählten Produkte wird als Ergebnis der Konfiguration an D365 übergeben. (Endpunkt im ERP: Schreiben Auftrag).
  6. Weitere Schritte im ERP: Zahlvorgang, Auftragsverfolgung.

Weitere Maßnahmen zum Absichern des geschäftlichen Erfolgs

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Konfigurators auf der Verkaufsfläche ist die Schulung der Mitarbeiter betreffend der Einsatzmöglichkeiten der Konfiguratoren.

Daneben sollte den Kunden mit den üblichen Marketingmaßnahmen die 3D-Konfiguration für wichtige Möbelsysteme online wie am PoS nahe gebracht werden.

Ein in 3D konfiguriertes Produkt ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Virtual-Reality am PoS und im eCommerce einsetzen kann.

Fazit: Produktkonfiguration und Virtual Reality sind das nächste “große Ding” im Möbelhandel

Gerendertes Bild Sofa grünes Leder

Gerendertes Bild “Sofa grünes Leder”

Wer den direkten Vergleich zwischen den hier skizzierten digitalen Techniken und den bisher üblichen Gepflogenheiten im Möbelhandel zieht, kann nur zu einem Schluss kommen: die Marktteilnehmer, die die neuen Möglichkeiten als Chance begreifen und ihre Verkaufsinstrumente zügig ergänzen, haben in Zukunft die Nase vorn.

Die Digitalisierung und Virtualisierung im Möbelhandel wird Vorteile für alle Akteure haben: Produzenten, die nach präzisen Vorgaben schneller liefern können, zufriedenere Kunden und Verkäufer, die auf Basis solider Informationen für eine optimale Kundenbindung sorgen.

Weiter zu Alterra::PIM >>>

Weiter zu Alterra::WebCatalog >>>

 

 

Kontakt


Sepia GmbH & Co. KG

Ernst-Gnoss-Strasse 22
D-40219 Düsseldorf 

Telefon: +49 211 51 419 75
Telefax: +49 211 51 419 65 

E-Mail: info@sepia.de

Beratung oder Online Demo erwünscht?
Hier anfordern.

3D-Produktkonfiguration für Bürostühle

 

Screencast: Alterra PIM

  Screencasts ansehen.

Kunden



ONLINE DEMO

Beratung oder online Demo erwünscht?
Hier anfordern.

KONTAKT

Sepia GmbH & Co. KG

Ernst-Gnoss-Strasse 22

D-40219 Düsseldorf

Deutschland


Telefon: +49 211 51 419 75

Fax: + 49 211 51 41 965

E-Mail: info@sepia.de

Internet: http://www.sepia.de